UKM ist zertifiziertes Cardiac Arrest Center

Spezielle Reanimation im Cardiac Arrest Center: Klinikdirektor Prof. Holger Reinecke (Kardiologie 1) (2.v.l.) und Dr. Jan Sackarnd (Internistische Intensivmedizin) (2.v.r.) konnten mit dem Team der Intensivstation 10 A Ost das Leben von Tilmann Roßmöller (3.v.r.) retten.
(Tilmann Roßmöller): Laienreanimation vorm Schloss in Münster: Damals ahnte Tilmann Roßmöller noch nicht, dass er einmal so unmittelbar mit dem Thema zu tun haben würde.
Etwa 70.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen unerwarteten Herzstillstand. Nur etwa zehn Prozent von ihnen überleben. Und selbst wenn die Wiederbelegungsmaßnahmen erfolgreich sind, besteht die Gefahr einer dauerhaften Hirnschädigung. Die Klinik für Kardiologie I und die Internistische Intensivmedizin haben sich deshalb auf die Versorgung dieser Patienten spezialisiert. Dafür wurde das UKM nun als eine der ersten Kliniken in Deutschland als sogenanntes Cardiac Arrest Center zertifiziert.
ukm/aw

An einem Samstagvormittag im März klagte Tilmann Roßmöller über plötzliche Luftnot. Seine Ehefrau alarmierte den Rettungs-dienst. Dieser war zwar schnell vor Ort – trotzdem kam es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Unter fortgesetzten Reanimationsmaßnahmen wurde der 64-Jährige in das jetzt neu zertifizierte Cardiac Arrest Center des UKM gebracht. Dort wurde der Patient schon bei seiner Ankunft von einem interdisziplinären Team aus Intensivmedizin, Kardiologie und Herzchirurgie empfangen und auf der Internistischen Intensivstation an eine mobile Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Diese sichert durch ein besonderes Verfah-ren, dass die Organe und das Gehirn trotz fehlenden Herzschlags weiter ausreichend durchblutet werden. Dafür saugt sie über große Kanülen in der Leiste Blut aus einer Vene des Patienten, reichert dieses mit Sauerstoff an und pumpt es zurück in die Hauptschlagader. Gleichzeitig folgte eine spezielle intensivmedizinische Behandlung.

Einige Stunden nach dem Vorfall kehrte dank der schnellen Maßnahmen die Pumpfunktion des Herzens zurück und Roßmöllers Zustand stabilisierte sich langsam. Nachdem als Ursache für den Herzstillstand eine Lungenembolie ausgemacht wurde, konnte der selbständige Fotograf das UKM nach drei Wochen verlassen und hat mittlerweile wieder angefangen zu arbeiten. „Ich habe im Herbst 2013 das von Prof. Van Aken, dem damaligen  Leiter der Anästhesiologie am UKM, organisierte große Wiederbelebungsevent vorm Schloss fotografisch begleitet. Dort haben rund 12.000 Schüler unter Anleitung die Laienreanimation geübt. Damals habe ich noch nicht geahnt, dass ich selbst einmal so unmittelbar von dem Thema betroffen sein würde“, erinnert sich Roßmöller. Und Van Aken, heute Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, sagt: „Jedes Jahr werden etwa 140 Menschen wie Herr Roßmöller nach einem Kreislaufstillstand bei uns behandelt. Die Internistische Intensivmedizin unter Leitung von Dr. Jan Sackarnd und die Klinik für Kardiologie 1 unter Leitung von Klinikdirektor Univ.-Prof. Holger Reinecke sind auf diese Reanimationsbehandlung spezialisiert. Etwa 40 Prozent der anfänglich außerhalb des Krankenhauses wiederbelebten Patienten, die anschließend bei uns behandelt wurden, können wir in einem guten Zustand wieder entlassen. Im internationalen Vergleich ist das ist ein Spitzenwert.“

Für diese besondere Versorgung ist das UKM nun als eine der ersten Klini-ken  vom Deutschen Rat für Wiederbelebung und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als Cardiac Arrest Center zertifiziert worden.

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